meet and talk

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Heute möchte ich mit euch über meine und vielleicht sogar über eure Ängste reden. Wovor habt ihr Angst? klar es gibt die “normalen” Ängste wie Angst vor spinnen oder Mäusen. Aber es gibt auch die nicht normalen Ängste, wie Angst vor dem Bus fahren oder Menschenmassen, Ängste wofür man von anderen belächelt wird weil diese sie nicht verstehen können.

Man wird schnell in eine Schublade gesteckt, nur weil viele diese Probleme bzw Krankheiten nicht sehen können. Sie können sich einfach nicht in die Person hineinversetzen. Einen gebrochen Arm oder Fuß den sieht man, da haben alle Mitleid und wünschen einem direkt gute Besserung. Aber Angst vor dem Bus fahren, da soll man sich nicht so anstellen und das machen doch tagtäglich x Millionen Menschen. Ja, diese Menschen können das Aber ICH oder DU hast nun mal Angst davor. Und das ist nichts schlimmes oder verrücktes, es ist genauso eine Verletzung wie ein gebrochener Knochen nur der Unterschied man kann es nicht sehen. Aber trotzdem leidet man darunter. Die Seele leidet, das ganze Leben wird durch solche Dinge beeinträchtigt. Ein gebrochener Arm ist dank heutiger Medizin in ca 6 Wochen wieder soweit in Takt, die Seele aber erholt sich vielleicht nie mehr davon. Mit diesen Wunden laufen wir unser ganzes Leben damit herum und lernen damit zu leben. Und am Ende werden wir dafür sogar noch belächelt anstatt einem die Hand zu reichen und zu sagen “Hey, ich helfe dir, ich nehme dir deine Ängste und versuche dir eine Stütze zu sein!”

Ich hatte sehr lange Zeit Angst bzw leichte Panik Attacken wenn ich wusste ich muss mit Bus oder Bahn fahren, ich wusste nicht wieso. Ich bin Jahrelang tagtäglich mit dem Bus oder der Bahn gefahren, ob im Sommer oder Winter, voller oder leerer Bus. Doch irgendwann kam der Tag da wollte ich mit meinem Freund irgendwo hin fahren mit Bus und habe plötzlich unglaublich starke Bauchweh bekommen, leichte Atemprobleme und ein Gefühl als müsste ich mich gleich übergeben. Am Anfang dachte ich mir nichts dabei, kann ja immer mal passieren der Körper macht schon mal was er will. Aber ab diesem Tag passierte das jedes Mal, ich musste nur daran denken “Morgen muss ich mit dem Bus fahren.” Und schon war es vorbei, besonders schlimm war es wenn ich allein fahren sollte, ehrlich ich bin nicht mehr allein gefahren. Klingt für viele total lächerlich aber für mich war bzw ist es die Hölle, ich bin vollkommen eingeschränkt in meinem Leben da ich immer meinen Freund mit nehmen muss. Selbst beim Auto fahren ist es mittlerweile so, ich bin schon als Kind gerne mit dem Auto gefahren, mittlerweile bekomme ich leichte Panik und Platzangst.
Interessant ist, als ich vom 17-22 Juni diesen Jahres zu meiner Mama zu besuch gefahren bin, hatte ich weder das Gefühl das mir schlecht ist noch Platzangst oder sonstiges. Klar ich hatte leichte Bauchweh weil ich meine Katzen und Hasen zurück gelassen hatte. (Unter Aufsicht, sie wurden jeden Tag gefüttert und haben frisches Wasser bekommen) Aber sonst, ging es mir gut, es hat mich selbst geschockt. Zug und Bus fahren ohne Panik sogar mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich wieso? Naja, es war kein normaler Urlaub, es war der Anfang von etwas großem. Mein Freund und ich sind auf dem Weg gewesen von Zuhause auszuziehen und wo anders völlig bei Null zu beginnen.
Und das hat mich sosehr gefreut und mich glücklich gemacht das ich frei gefühlt habe, losgelöst. Ich wusste ich kann diesem Irrsinn dort wo ich gewohnt habe entfliehen, ja ich bin geflohen. Manchmal ist das sogar die einzige Lösung, natürlich soll man sich seinen Problemen und Ängsten stellen. Aber wie soll man sich einer ganzen Stadt stellen, Menschen die nur im Sinn haben DICH fertig zu machen. Sie gieren richtig danach dein Leben zur Hölle zu machen. Da kann man nur fliehen, denn auf ewig nur im Haus zu sitzen und sich in einer Luftblase zu verschanzen macht einen auf dauer nicht glücklich. Also bin ich geflohen und es war die beste Entscheidung meines Lebens. Seit dem ich nun 2 Monate hier wohne, schlafe ich ruhiger, esse weniger aus Frust und Stress, habe ein paar Kilos dadurch verloren, gehe gerne vor die Tür und stehe morgens mit einem Lächeln auf. Klar ich habe aktuell jede menge Sorgen wie sollen wir die Miete zahlen, wie die ganzen Rechnungen. Aber seit wir hier wohnen bin ich nur auf Menschen gestoßen die freundlich und herzlich sind. 

Jetzt am 31, August habe ich einen Termin bei dem ich mit dem Bus fahren muss, ich habe jetzt schon ein bisschen bammel davor. Bin, aber auch ehrlich sehr gespannt wie ich mich schlagen werde. 

Manchmal ist es das beste die Zelte abzubrechen und sie wo anders neu aufzuschlagen. Ich möchte nicht bezwecken das ihr jetzt alle vor euren Problemen flieht, glaubt mir der Tag wird kommen da werden sie euch finden und euch nur noch schlimmer in Grund und Boden drücken, aber vielleicht ist es für den einen oder anderen ein Befreiungsschlag und ihr könnt endlich anfangen zu Leben. 

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